Full-House mit Hund

Eine Familie mit 3 Kindern – ein Kinderspiel.

Rimor 69P

Full-House auf Achse…

Nachdem wir nun Herrn Willms verabschiedet haben, haben wir uns dazu entschieden, Urlaub mit einem Wohnmobil zu machen. Ja richtig! 5 Leute und Hund in einem Fahrzeug – auf Achse.

Aber wir sind ja nicht wahnsinnig. Also haben wir uns zunächst im Dunstkreis von 3-4 Fahrstunden von Zuhause entfernt. Man weiß ja nie, vielleicht taugt das Leben auf der Straße ja nicht und man will schnell wieder ein echtes Dach über den Kopf. Aber erst einmal von Anfang an…

Die Vorbereitung

Wenn man – wie wir – kurz vor den Ferien auf die Idee kommt, sich ein Wohnmobil zu mieten, dann bekommt man sicherlich nicht mehr das, was man bräuchte. Das weitere Problem ist, man weiß ja noch nicht, was man braucht, wenn man etwas zum ersten Mal in seinem Leben macht. Also haben wir das einzige Wohnmobil genommen, dass ein nahegelegener Verleiher noch auf Lager hatte.

Leider war die Beratung nicht die aller beste, so dass wir mit 5 Personen ein Fahrzeug bekommen haben, in dem nur zwei Schlafplätze fest verbaut waren und zwei weitere Schlafplätze jeden Abend aufgebaut werden mussten.

Das hätte man uns sagen können

Auf der Webseite des Vermieters stand, dass man eine umfangreiche Einweisung in das Fahrzeug bekäme. Eine Einweisung haben wir auch bekommen, aber leider war die nicht umfangreich. Auch wenn ich immer mal wieder die richtigen Fragen gestellt habe, gab es keine befriedigenden Antworten.

Bummelige 100 Liter Frischwasser hat so ein Fahrzeug irgendwo versteckt. Blöd ist, wenn die LED-Anzeige für die Füllstandanzeige defekt ist, so wie unserem Leihfahrzeug. Gerade als Neuling kann man nur schwer abschätzen, wie viel Wasser man nun verbraucht hat oder eben nicht. Da kommen wir auch schon zu den Informationen, die während der Einführung interessant gewesen wären.

  1. Meine Frage an den Einführer war: Kann man das Frischwasser trinken oder zum kochen benutzen?
    Dieser meinte, dass man das schon könne, wenn man wolle – sollte man aber nicht. Man wisse ja nicht, ob das Wasser gekippt oder das schon ein bisschen gammelig sei.
    Mhm… Okay… In dem Moment wunderte ich mich, wie man dann kochen oder Kaffee zubereiten sollte. Die ersten Begegnungen mit anderen Wohnmobilfahrerinnen und -fahrern zeigte, dass diese fast alle Kanister für Frischwasser 1  (5 bis 10 Liter) an Bord haben, die sie immer wieder auffüllen und reinigen.
    Hätte man uns sagen können…
  2. Wie überprüfe ich, ob das Wasser nun leer ist und nachgefüllt werden muss?
    Wie bereits beschrieben, war ja die Anzeige für den Füllstand kaputt, so dass wir absolut keine Ahnung hatten, wie viel Wasser noch zur Verfügung steht.
    Interessant war, dass ich beim Bettenbauen den Frischwassertank gesehen habe, der mit einem Schraubverschluss versehen war und man so in den Tank gucken konnte und so abschätzen konnte, wie viel Wasser noch zur Verfügung steht. Das Nachsehen war kein großer Akt. Polster hoch, Holzabdeckung hoch… Tataaa, da ist der Tank.
    Hätte man uns sagen können…
  3. Wie nutzt man dieses Chemie-Klo?
    Das Mai-Mädchen weihte das Chemie-Klo mit einem kleinen Geschäft ein. Uns wurde gesagt, man müsse nur spülen, wie bei einem Klo halt.
    Aufgeregt kam die Herzkönigin zu mir gerannt und sagte, dass Wasser liefe nicht ab. Tja, ein Fall für mich.
    Das erste was ich machte war, nochmals zu spülen. Das war nicht wie gewohnt ein WUSCH, sondern ein PRSCHT, das so lange anhielt, wie ich den Knopf drückte und es lief tatsächlich nicht ab. Ich untersuchte den Thron und stellte fest, dass dort noch ein Hebel unterhalb der Schüssel angebracht war, der die Luke zum eigentlichen Chemiebehälter öffnete. Zack – war alles weg.
    Nicht schwierig, aber
    Hätte man uns sagen können…
  4. Das Wasser in der Schublade
    Unter dem Spülbecken war eine Schublade verbaut, in der die HerzKönigin glücklicherweise nur Besteck und so einen Kleinkram hinein gelegt hat. Da direkt über der Schublade die einzige verbaute 220-Volt-Steckdose war, hätte man in der Schublade auch Mobiltelefone, Steckleiste und andere elektrische Geräte lagern könne, die aufgeladen werden müssten, wenn man auf einem Platz steht und am Strom angeschlossen ist. Somit sind nur die Messer nach dem Abwasch nass geworden und kein Tablet oder ein Handy.
    Ich hatte glücklicher Weise mein Leatherman 2 eingesteckt, das ich schon über viele Jahre besitze, in den letzten Jahren aber ein Leben in der Schublade verbrachte.
    Kurze Hand habe ich die Lade ausgebaut und die Schelle um den Schlauch fester gezogen, so dass zwar viel weniger Wasser in die Schublade floß, es aber noch immer nach dem Spülgang nass war.
    Als wir den Wagen zurückgegeben haben, habe ich dem Chef gesagt, dass da Wasser in die Schublade fließt. Seine Antwort  war: „Das weiß ich, dass ist bei diesem Modell so, weil der Schlauch…. blah… blah…“ Whaat?! – Der wusste das???
    Hätte man uns sagen können…
  5. Abwasser kann man ablassen
    Auf dem ersten Stellplatz viel mir auf, dass das Fahrzeug im letzten Drittel unter dem Chassis einen Griff hatte, der an einer dünnen Stange zur Mitte des Fahrzeugs führte. Ich hatte keine Ahnung, was das Teil sein soll und der Griff wurde nicht in der Übergabe erwähnt.
    Also beschloss ich auf die Suche bei den anderen Fahrzeugen zu gehen und siehe da, auch diese hatten (mal mehr und mal weniger sichtbar) solche Griffe. Also konnte es schon mal keine Besonderheit unseres Fahrzeugs sein.
    Als ich dann bei einem Gang über den Wohnwagenplatz einige Fahrzeuge über eine Kuhle stehen sah, die Wasser verloren, wurde mir klar, dass das der Hebel für das sogenannte Grauwasser sein muss. Man fährt also mit dem Fahrzeug über diese Kuhle und lässt dann das Wasser von Duschen, Hände waschen und Abwaschen in den Abfluss plätschern.
    Hätte man uns sagen können…
  6. Kleingeld einstecken
    Auf fast jedem Stellplatz braucht man Kleingeld! Für Strom, für die Duschen, für Wasser für den Parkscheinautomat etc.
    Hätte man uns sagen können…

Von diesen Hätte-man-uns-sagen-können-Momenten gab es noch so ein oder zwei mehr, die jetzt aber schon gar nicht mehr präsent sind, 3 da die neuen Tätigkeiten für einen auf einmal ganz normal sind und man nicht mehr über diese neuen Verhaltensmuster und Regeln in der Parallelwelt der Wohnmobilreisenden nachdenken muss.

Dennoch hätten wir uns gerade für das aller erste Mal eine viel bessere Einführung und Übergabe gewünscht. Der Vorteil jetzt ist, dass wir über schon viel mehr über die Parallelwelt der Wohnmobilfahrer und -fahrerinnen wissen und bei unserem nächsten Ausflug gewappnet sein werden.

Ostseetour…

Diese Tour war im Prinzip eine reine Ostsee-Tour. Über Fehmarn, Grömitz, Wismar, Siercksdorf, Schwerin etc. Das Wetter war herrlich und wir hatten nur am letzten Tag Regen. Da aber geballt. Aber auch das war in dem Zuhause auf Rädern recht heimelig.

Das nächste Mal

Es wird mit Sicherheit ein nächstes Mal geben. Wann das sein wird, wissen wir noch nicht, wir wissen auch noch nicht ob mit einem eigenen Wohnmobil oder wieder einen geliehenem. Es stehen nun Besuche auf den verschiedenen Messen und den diversen Händlern hier in der Gegend an, um sich ein Bild über die Ausstattung der Fahrzeuge zu machen. Wir möchten nämlich liebend gerne ein Fahrzeug haben, in dem mindestens 5 Betten fest verbaut sind und nicht erst durch einen Umbau erzeugt werden und 5 echte Fahrplätze mit Anschnallgurten verbaut sind. Und die ersten Recherchen ergaben da wenig Fahrzeuge oder in einer Preiskategorie, die jenseits von Gut und Böse ist. Wir geben die Hoffnung aber nicht auf und sind guter Dinge. Irgendwas wird uns über den Weg laufen oder sich ergeben.

Was ich auf jeden Fall machen werde, ist, dass ich bei Jörn Schaars feinem Podcast  ab sofort genauer hinhören werden, wenn er mal wieder von seinen Campingstories erzählt – auch wenn dieser einen Wohnwagen hat, was ja was komplett anderes ist, als ein Wohnmobil.

Habt Ihr schon Campingerfahrungen? Und was würdet Ihr jemanden als Tipp mit geben, der das erste Mal mit einem Wohnmobil losfährt?

Der älteste und lange Zeit einzige Mann im Haus. Hier wird ausschließlich privat gebloggt. Drüben, bei Herrspitau.de, gibt es Informationen zu Themen der Pädagogik, Schule, Unterricht und Selbstmanagement.

Fußnoten   [ + ]

1, 2. Amazon-Affiliate-Link
3. Oh… während des Tippens fällt mir ein, dass uns nicht gezeigt wurde, wie man das Bett aufbaut. Wir sind eigentlich ganz gut in Tetris, aber leider haben wir es ohne den Screenshot eines PDFs (sic!), das der Chef der Vermietung mir nach einem nächtlichen Telefonat per SMS/MMS (sic!) zugeschickt hat, nicht geschafft. Hätte man uns…

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Rückblick

  1. Mirja

    Camping…. Hä… Was willst du wissen, ich würde sagen, wir können uns inzwischen als Profis bezeichnen. Inzwischen haben wir den 5ten zum Wohnmobil ausgebauten bulli und sind derzeit von vier Personen mit Hund auf drei Personen mit Hund reduziert, auf Tour. Wir besuchen auch hier und da Messen um zu perfektionieren. Frag also gerne! Jederzeit!

    • Das Problem ist ja bei einem neuen Thema immer, dass man zum Beginn nie weiß, was man fragen soll und wenn wir wissen, was wir wissen wollen, dann kommen wir auf euch zurück. 👍

      • Mirja

        Auf jeden Fall! Immer fragen! Ansonsten sind Messen ne geniale Idee um sich mal zu orientieren. 😉
        Wir fahren z.b als nächstes auf die Adventure northside in Hamburg um mal wieder ein wenig Upgrade Ideen zu sammeln.

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