Full-House mit Hund

Eine Familie mit 3 Kindern - ein Kinderspiel.

Drei Monate

Drei Monate – So lange leben wir jetzt schon mit Herrn Wilms zusammen.

Drei Monate – In denen unser Leben komplett umgekrempelt wurde.

Drei Monate – Ein viertel Jahr, das an uns vorbei gerauscht ist, während wir uns von Termin zu Termin in der Tagesklinik gehangelt haben.

Drei Monate – OP, Bluttransfusion, Chemotherapien, Fingerpiekse, MRTs, CTs, Sonographien. Und jetzt die große OP, in der die Tumore hoffentlich entfernt werden konnten.

Drei Monate – In denen diese kleine Kinderseele so viel mitmachen musste.

Drei Monate – In denen wir so viel Hilfsbereitschaft erfahren haben.

Drei Monate – Voll von Angst, Ungewissheit, Warten, Hoffen.

Ich wachse täglich über mich hinaus. Ich breche täglich unter der Last zusammen.

Wochenende in Bildern 03./04. Juni – Endlich wieder zu Hause!

Da der Herzkönig am Freitag ein ganztägiges Seminar hatte, ist er am Samstag früh aufgestanden und hat sich ins Büro verkrümelt. Das haben wir so eingeführt, damit nicht zu viel Büroarbeit für die nächste Woche anliegt. So ein Tag birgt halt noch ein wenig Nachbearbeitung. Das hieß für mich dann zwar etwas länger schlafen, aber dadurch war der Tag dann auch schon irgendwie zum scheitern verurteilt…

Als der Herzkönig um zehn wieder auftauchte, lief ich immer noch im Nachthemd herum. Dieses Bild will ich hier niemandem zumuten. Dafür waren die Kinder angezogen und wir hatten schon gefrühstückt. Zeit, um mit Papa zu spielen.

Ich setzte mich hin und plante das Wochenende. Da unsere Vorräte langsam schrumpften, musste Nachschub her. Außerdem liegt ja auch sonst immer etwas an oder muss abgearbeitet werden.

Währenddessen kam das Vollmondbaby auf die Idee, sich hinzustellen! Das ging jetzt echt fix 😮

Und beim Einkaufen durfte er dann auch das erste Mal im Wagen sitzen. Honigkuchenpferd ist noch untertrieben… Ich würde sagen, es hat ihm Spaß gemacht.

Zum Mittag gab es schnelle Pizzabrötchen. Wir waren ja nun schon spät dran. Zieht sich dann schnell mal nach hinten, wenn man meint, etwas länger schlafen zu können.

Die Variante mit der Barbecue-Sauce war echt lecker!

Am Nachmittag blieb dann noch Zeit, das Gästezimmer von den Umzugskartons mit Kinderkleidung zu befreien und ein neues Fliegengitter anzubringen.

Sieht man nicht? Ist ja auch Sinn der Sache 😉

Seitdem wir hier wohnen und ich in den ersten zwei Wochen Bekanntschaft mit diversen Spinnen gemacht habe, deren Größe mich nachhaltig schockiert hat, geht hier kein Fenster auf, an dem nicht ein Fliegengitter befestigt ist. Dummerweise reicht das nicht aus, um das Haus spinnenfrei zu bekommen. Hilft aber, um sich ein wenig in Sicherheit zu fühlen. Ich weiß, ich muss da mal ran…

Zum Abschluss ging es noch mal an den Schreib- oder besser Esszimmertisch, um ein wenig Bürokram aufzuarbeiten.

Der Schreibtisch ist leider noch nicht zugänglich, da von Kartons umstellt. Das ist wohl meine zweite Baustelle: Ausmisten und Ordnung halten.

Der Sonntag begann, wie mittlerweile eigentlich immer, mit frisch gebackenen Brötchen. Nach drei Wochen Brötchenverzicht schmeckten sie noch viel besser!

Zwischendurch beobachteten wir ein Reh, das sich im Nachbargarten verirrt hatte und über das Feld flüchtete.

Das ist der schöne Teil der heimischen Tierwelt hier…

Dann fiel uns auf, dass wir für’s Essen heute und morgen vergessen hatten, die Hefe-Vorräte zu überprüfen. Dank eines super funktionierenden Netzwerkes hier im Ort hat es aber keine halbe Stunde gedauert, bis ich welche organisiert hatte.

Beim Sauber machen konnte ich dann die aktuellen Interviews des Stefan-Hiene-Kongress hören.

Im letztem Jahr habe ich dieses Format für mich entdeckt und mich seitdem durch diverse Themenbereiche gehört und geguckt und eine ganze Menge für mich mitgenommen.

Am späten Nachmittag rollte dann ein Auto aus der alten Heimat vor die Tür.

Eine der Herzensfreundinnen hatte sich kurzfristig angekündigt und wurde nun herzlich empfangen.

Wie am Wochenende sehr häufig, gab es dann heute wieder Pizza.

Jedes Mal wieder lecker.

Zum Abschluss des Tages machte ich mit der Großen, dem Vollmondbaby, dem Hund und natürlich der Herzensfreundin noch einen ausgiebigen Spaziergang bei allerschönstem Sonnenschein.

Es tat so gut, mal wieder persönlich zu reden und nicht immer nur zu telefonieren. So wurde es dann auch ein später Abend.

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es hier.

 

 

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Geduld

Das Wort Geduld (auch altertümlich: Langmut) bezeichnet die Fähigkeit zu warten. Oft gilt Geduld als eine Tugend; ihr Gegenteil ist die Ungeduld.

Als geduldig erweist sich, wer bereit ist, mit ungestillten Sehnsüchten und unerfüllten Wünschen zu leben oder diese zeitweilig bewusst zurückzustellen. Diese Fähigkeit ist eng mit der Fähigkeit zur Hoffnung verbunden. Geduldig ist auch, wer Schwierigkeiten und Leiden mit Gelassenheit und Standhaftigkeit erträgt.

Quelle: Wikipedia

Die histologischen Ergebnisse sind noch nicht da.

Macht es einen Unterschied? Für dieses Wochenende nicht. Für die weitere Therapie ja. Aber die wird sowieso irgendwann beginnen. Heute scheint die Sonne. Die Kleinen spielen friedlich.

Am Anfang des Jahres, noch bevor dieser ganze Schrecken begann, hatte ich das Gefühl, dass dieses Jahr etwas passieren würde. Irgendwie sagte mein Bauch mir: Du wirst dich verändern, dein Leben wird sich verändern.

Da sollte mein Bauch wohl recht behalten. Ich nehme die Veränderung an und werde mich in Geduld üben. Dies ist nicht das erste und nicht das letzte Mal. Wahrscheinlich geht es mit Geduld einfacher.

Zu Hause!

Nach 16 Tagen Krankenhaus bekamen wir gestern tatsächlich das OK, nach Hause zu fahren! Das Sono der Nieren zeigt eine (wenn auch nur geringe) Verkleinerung des Hämatoms und die Blutwerte sind zufriedenstellend. In der Nacht von Sonntag auf Montag brauchte das Maimädchen kein fiebersenkendes Mittel. Beste Voraussetzungen!

So räumten wir dann Mittags das Krankenzimmer, damit eine neue kleine Patientin einziehen durfte. Danach ging es weiter ins Ronald McDonald Haus, um auch dort die Koffer zu packen. Da gestern sehr viele Patienten entlassen wurden, sind auch hier viele Zimmer frei geworden und wir brauchten uns nicht beeilen. Unser Papa hat die Zeit genutzt, um wieder ein wenig vor zu schlafen und ich versuchte in der Zeit, die Sachen zu packen. Mit drei Kindern ein schwieriges Unterfangen… Letztendlich war ich dann nach 18:00 Uhr soweit fertig. Nach einer schnellen Zimmerreinigung haben wir unsere restlichen Essensvorräte gepackt und waren dann um 20:00 Uhr bereit zur Abfahrt. Auf nach Hause!

Um halb sechs heute Morgen erreichten wir dann unser komplett ergrüntes zu Hause. Glücklicherweise ließen die Kinder uns noch vier Stunden schlafen. Den restlichen Tag haben wir mit Ankommen und Taschen auspacken verbracht. Die Herzensfreundin hat uns ein kleines Survival-Kit zusammengestellt, sodass wir heute nicht mal einkaufen mussten! Im Kühlschrank befand sich neben frischem Gemüse sogar noch etwas Nervennahrung. Hat funktioniert 😉

Groß war die Freude auf allen Seiten, als wir heute Mittag unseren Hund abgeholt haben. Endlich wieder komplett!

Leider hat unser Maimädchen heute Nachmittag schon wieder Fieber bekommen. Nach Rücksprache mit den Ärzten in Tübingen entscheiden wir uns aber für Beobachten. Es war ja doch recht anstrengend gestern, vielleicht ist morgen schon alles wieder ok.

Am Freitag haben wir den nächsten Termin in der Tagesklinik. Bis dahin lassen wir es hier langsam angehen.

Wochenende in Bildern 27./28. Mai – Und noch ein Wochenende in Tübingen…

Wir sind immer noch in Tübingen.

Am Freitag hieß es, dass die Ärzte an ihrem Plan, uns am Samstag nach Hause zu schicken, festhalten wollten, wenn die Entzündungswerte im Blut zurückgehen und das Sono der Nieren positive Ergebnisse bringt.
In einer Niere hat sich ein Bluterguss gebildet, wodurch die leicht erhöhten Werte erklärt werden könnten. Vielleicht hat das Maimädchen aber auch nur einen banalen Infekt, durch den das Fieber hervorgerufen wurde. Wir sind alle leicht angeschlagen und das Vollmondbaby schnöddert vor sich hin. Zur Absicherung wurden natürlich Blut und Urin untersucht.

Der Samstag startete mit einem Frühstück mit Blume in unserem „zu Hause“. Hier wird regelmäßig für frischen Tischschmuck gesorgt.

Wie jeden Tag ging es dann wieder los ins Krankenhaus.

Händedesinfektion ist bei Betreten des Krankenhauses ein Muss.

Warten auf den Fahrstuhl.

Ich weiß nicht, ob ich jemals so viel Fahrstuhl gefahren bin, wie in den letzten zwei Wochen. Mittlerweile gehe ich so oft es geht Treppen, weil ich andauernd das Gefühl habe, noch im Fahrstuhl zu stehen. Allerdings sind mir fünf Stockwerke mit Baby auf dem Rücken dann doch zu anstrengend.

Im Zimmer ist heute morgen schon die neue Eisenbahn aufgebaut worden und wird fleißig bespielt.

Kurz nachdem wir ankamen, musste das Maimädchen zum Sono. Das Laufen klappt schon ziemlich gut.

Ich wartete mit den anderen beiden Kindern draußen und wir bewunderten die Modelleisenbahn, die hier aufgebaut ist. Es gibt so viele kleine Details zu entdecken.

In jedem Wartebereich gibt es hier etwas für die Kinder: Schiffe, Busse, Eisenbahnen und Motorräder aus Holz zum Spielen und Klettern, ein Salzwasseraquarium oder eben diese Modellbahn.

Und weil das Maimädchen unbedingt noch in die Sonne möchte, sind wir noch etwas raus gegangen.

Hier ist der Sommer ausgebrochen. Komisch, so ganz ohne Wind. Sind wir irgendwie nicht mehr gewohnt 😉

Als wir uns dann auf den Weg zum Mittag machten,

kamen die Ergebnisse: Die Entzündungswerte sind gefallen und das Hämatom hat sich nicht vergrößert. Trotzdem entschieden die Ärzte sich, uns über’s Wochenende hier zu behalten. Finde ich super! Ich hatte ordentlich Respekt vor der langen Autofahrt mit dem fiebernden Kind und habe uns am Sonntag schon wieder in der Klinik in Kiel gesehen, weil das Fieber nicht sinkt.

Am Nachmittag gab es dann noch einen Mini-Ausflug, um den Hubschrauberlandeplatz anzuschauen

und am Abend ging es zu Aldi, um für die letzten Tage nochmal einzukaufen.

Als Aldi-Nord-Käufer bei Aldi-Süd einzukaufen ist witzig. Teilweise handelt es sich um die gleichen Produkte, die nur eine andere Verpackung haben. Ich habe aber das Gefühl, das Sortiment ist ein bisschen größer und ähnelt mehr der Produktbreite von Lidl.

Am (sehr) späten Abend telefonierte ich dann noch mit einer der Herzensfreundinnen.

Sie erzählte unter anderem vom Nachtreffen. Dank WhatsApp machen auch einige Bilder die Runde. Schöne Fotos, schöne Geschichten. Schönes Telefonat!

Der Sonntagmorgen begann mit geschenkten Erdbeeren zum Frühstück. Danke!

Wir wurden von einem Blasorchester geweckt, dass irgendwo in der Nähe ein Ständchen gegeben hat. Während des Frühstücks habe ich erfahren, dass hier Bläser am Wochenende hin und wieder vor den verschiedenen Kliniken spielen. Einfach so. Um den Leuten eine Freude zu machen. Und da sehe ich sie auch zu ihrem nächsten Spielort ziehen.

Am Nachmittag kamen das Maimädchen und unser Papa uns besuchen! Aufregend! Und bei strahlendem Sonnenschein durfte das Eis natürlich nicht fehlen.

Die Große holte sich beim Stolpern einen blutenden Zeh. Das minderte die Freude über den Besuch dann ein wenig, doch mit Pflaster war der Schmerz auch schon fast vergessen.

Am Abend wurde mit der zweiten Herzensfreundin telefoniert. Und das Vollmondbaby fing an zu krabbeln!

Die dritte Herzensfreundin wurde leider nur per WhatsApp kontaktiert, dafür ist sie aber diejenige, die ich nächste Woche (hoffentlich) wieder in die Arme schließen kann!

Nach diesem Wochenende sage ich vielleicht für’s vorerst letzte Mal: „Gute Nacht Tübingen!“

Morgen werden wir mehr wissen.
Heute Abend hat das Maimädchen kein Fieber mehr!

 

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es hier.

Klassentreffen

20 Jahre Abitur. Wie die Zeit verfliegt! Was für ein schöner Grund, zu feiern!

1997. Abi geschafft. Was für ein tolles letztes Schuljahr mit diversen Partys, einer genialen Abschlussfahrt, der Spannung vor den Abiturprüfungen und dem Abiball als Abschluss der gemeinsamen Schulzeit.

Danach strömten wir hinaus in die Welt, die einen blieben nah dran, die anderen zog es weiter weg. Wir trafen uns nach einem Jahr, nach fünf Jahren und nach zehn Jahren und immer war es interessant zu hören, was so aus allen geworden ist. Wer hat wen geheiratet, wer hat Kinder, was macht ihr gerade so? Und immer wieder war es überraschend, was aus manchen Leuten geworden ist.

Heute feiert ihr 20 Jahre Abitur.
Auch in meinem Leben ist ein bisschen was passiert. Nach einem Umweg über eine Ausbildung in Münster ging es nach Hamburg. Dort habe ich dann tatsächlich mit 25 noch studiert. Wollte ich eigentlich nie und doch bin ich nun Apothekerin. Dann ging es nach Kiel und nun wohne ich mit meinem Mann (ja, es ist immer noch der DJ von vor 22 Jahren <3), meinen drei Kindern und einem Hund irgendwo in Schleswig-Holstein auf dem Land.
Bis vor Kurzem hätte ich euch erzählt, dass ich der glücklichste Mensch auf der Welt bin.
Heute sieht das ein wenig anders aus, denn am 10. März haben wir die Diagnose bekommen, dass unsere mittlere Tochter Krebs hat. Beidseitiger Wilms-Tumor. Ziemlich doofe Sache.

Das ist der Grund, warum ich heute nicht bei euch bin, nicht mit euch in alten Erinnerungen schwelgen kann, alte Fotos angucken kann und lachen über uns und die Zeit damals, die so unbeschwert war.

Habt einen wundervollen Abend, erzählt euch alte Geschichten und neue Lebenswege. Tanzt nach den alten Liedern, singt mit und feiert ordentlich! Beim nächsten Mal schaffe ich es vielleicht auch wieder. Bis dahin sage ich es mit Fury:

„Won’t forget these days!“

Rückschritt

Nachdem wir gestern einen wirklich guten Tag hatten, mit viel Laufen und viel Lachen, bekamen wir schnell den nächsten Dämpfer.

Als wir gestern Abend aus dem Spielzimmer zurück kamen und das Maimädchen wieder an die Überwachung angeschlossen haben, stellten wir fest, dass sie eine erhöhte Herzfrequenz hat. Zusätzlich hatte sie Fieber.
Beides hat sich bis heute nicht gebessert und das Fieber steigt teilweise über 39°. Mit Blut- und Urinproben wird nun nach der Ursache gesucht.

Die Entlassung rückt wohl wieder in die Ferne…

Weiter geht’s

Nach einer viel besseren Nacht fiel der Start in den neuen Tag heute bedeutend leichter.

So fielen auch die guten Nachrichten heute auf fruchtbaren Boden: Die Niere macht das, was sie soll und filtriert das Eiweiß wieder. Bei der Flüssigkeit, die bei der linken Drainage auftritt, handelt es sich nicht um Urin und es wird immer weniger. Das Maimädchen isst und läuft immer weitere Strecken. Wenn das mit der Mobilisation so weiter geht, ist ein Ende des Krankenhausaufenthaltes in Sicht.

Nur die kompletten Ergebnisse der Gewebeproben sind noch nicht da, was die Freude doch ein wenig schmälert. Ich kann noch nicht aufatmen. Zu groß ist die Angst vor einem schlechten Ergebnis und somit einer ungünstigen Prognose. Das Warten ist anstrengend und Kräfte zehrend.

 

Müde

Mit jedem Tag geht es hier ein Stück voran. In ganz kleinen Schritten, die wahnsinnig viel Geduld erfordern.

Seitdem der Schmerzkatheter gezogen ist, kehrt der Appetit zurück und die Übelkeit scheint vorüber zu sein.
Mit dem Physiotherapeuten ging es heute wieder ein kleines Stück den Flur entlang.
Die Drainage auf der rechten Seite ist das Maimädchen los geworden. Links läuft immer weniger Flüssigkeit, aber ob es sich nur um Wundsekret handelt ist noch nicht klar.
Die Ergebnisse der Filtrationsleistung (nach der Eiweiß-Anstups-Gabe am Freitag) lassen noch auf sich warten.

Zu allem Überfluss hat das Vollmondbaby sich eine ordentliche Erkältung eingefangen. Ich habe heute Nacht keine halbe Stunde am Stück geschlafen, weil die Nase lief, er gehustet hat oder einfach nur geweint hat, weil das Fieber ihn quälte. Und da wir fernab der Heimat sind, hatte ich natürlich nichts hier. Für heute Nacht bin ich nun besser ausgerüstet und habe etwas, das ich ihm bei Beschwerden geben kann.

Wenn man so in den Seilen hängt und die Augen vor Müdigkeit brennen, fällt es schwer, sich über die kleinen Fortschritte zu freuen. Man ist nah am Wasser gebaut und ungeduldig. Da hilft auch ein Mittagsschlaf nicht so richtig.
Ich hoffe auf eine ruhigere Nacht und damit mehr Ausgeglichenheit morgen.

Wochenende in Bildern 20./21. Mai – Geburtstag im Krankenhaus

Am Samstag musste noch vor dem Frühstück ein letztes Geschenk eingepackt werden. Darum hat sich die Große gekümmert. Praktisch, so große Kinder zu haben. Sie war ziemlich stolz darauf, dass sie es ganz allein gemacht hat!

Nach einem schnellen Frühstück machten wir uns dann auf den Weg, um mit dem Maimädchen und dem Papa ihren dritten Geburtstag zu feiern.

Die Geschenke wurden mit dem Kinderwagen ins Krankenhaus transportiert. Der wird hier gerade fast täglich benutzt, um Dinge hin und her zu befördern. Unser Auto steht in einem Parkhaus, das leider ein wenig entfernt von unserer Unterkunft ist und so werden Taschen und Einkäufe per Kinderwagen übers Klinikgelände geschoben. Fühlt sich komisch an, sieht wahrscheinlich witzig aus, ist aber echt praktisch.

Der Geburtstagskuchen darf natürlich nicht fehlen, auch wenn es die super-einfache Tütenversion von Marmorkuchen ist. Zu Hause wird nachgefeiert und da gibt es dann auch „echten“ Kuchen.

Nach viel Geschenke auspacken, spielen und ausgefallenem Mittagsschlaf (kurz nach dem Einschlafen wurde das Maimädchen zum Sono gebracht), sind wir zurück ins Ronald McDonald Haus, um Abendbrot zu essen.

Ja, im Moment liegt das Handy immer griffbereit auf dem Tisch. Wir sind nunmal nicht zu Hause und hier gelten gerade andere Regeln. Zum Beispiel gibt es Fanta und Apfelschorle zum Abendbrot. Coca Cola spendiert gerade die Getränke für die Familien, die hier wohnen.

 

Samstag Abend habe ich mit der Großen dann noch einen Fernsehabend gemacht. Wir lesen abends gerade den ersten Band Harry Potter zusammen und sie hat letzte Woche im Krankenhaus die Vorschau gesehen und wollte dann auch gerne den ganzen Film gucken. Ich hatte zwar etwas Bedenken, dass ihr das alles zu gruselig werden könnte, aber sie fand es ziemlich gut. Dadurch, dass sie wusste, was passiert, kam sie ganz gut damit klar.
Hier im Haus gibt es keine Fernseher auf den Zimmern, aber jede Etage verfügt über zwei Fernsehzimmer mit großer Couch und DVD-Player.

Der Sonntag startete mit Aufbackbrötchen zum Frühstück. Zu Hause haben wir uns angewöhnt, unsere Sonntagsbrötchen selber zu backen und das Fühstück ein wenig zu zelebrieren. Hier läuft eben alles etwas anders. Dafür gibt es leckeren Milchkaffee.

Das Maimädchen war vom Samstag noch ziemlich gerädert. Den fehlenden Mittagsschlaf hat sie um fünf Uhr nachmittags nachgeholt und dementsprechend unruhig war die Nacht. Um ihr heute Morgen noch ein wenig Schlaf zu gönnen, entschieden wir uns, den Besuch auf den Nachmittag zu beschränken. So schickte ich die Große nach unten zum Spielen und nutzte die Zeit, um unser Zimmer aufzuräumen und sauber zu machen.

Staubsauger, Putzmittel und alles, was man sonst noch so zum Sauber machen braucht, steht hier in einem Extraraum für alle zur Verfügung.

Auch die Wäsche war heute fällig. Mit Waschmaschine, Wäschetrockner und Waschpulver inklusive ist hier für alles gesorgt.

Mittags habe ich dann ein schnelles Mittagessen in der Gemeinschaftsküche gekocht.

Und dann ging es auch schon wieder ins Krankenhaus.

Das Maimädchen spielte mit ihrer neuen Duplo-Eisenbahn und hat sogar selber fotografiert 😉

Vor dem Abendbrot hatte ich noch ein wenig Zeit, mal die Füße hochzulegen, während die Große draußen mit anderen Kindern spielte und das Vollmondbaby sich mal wieder über die Bauklötze hermachen konnte.

Zum Abendessen durfte ich dann einen Chai Latte genießen. Ich muss ernsthaft darüber nachdenken, ob wir uns für zu Hause nicht auch so einen genialen Kaffeeautomaten zulegen sollten.

Irgendwie ein ganz ruhiges Wochenende und doch ist die Sorge und die Angst um das Maimädchen allgegenwärtig. Es geht ihr von Tag zu Tag etwas besser. Gestern wurde der Schmerzkatheter gezogen und seitdem bessert sich ihre Übelkeit. Je weniger Schläuche und Kabel, desto besser. Auch die Blutdruckmanschette muss nicht mehr dauerhaft getragen werden.
Das „Leck“ in der Niere scheint sich zu schließen, es tritt weniger Flüssigkeit aus.

So beobachte ich noch, wie die Sonne hier in Tübingen vor unserem Zimmerfenster hinter dem Berg verschwindet und verschwinde dann auch selber im Bett. Gute Nacht.

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es hier.

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