Eine Familie mit 3 Kindern - ein Kinderspiel.

Ein Freitag ohne Chemo

Mittwoch war das Maimädchen wieder im MRT, um die Größe des Tumors zu bestimmen. Der Tumor ist nicht signifikant kleiner geworden. Das bedeutet für uns, dass das Maimädchen nächste Woche operiert wird. Und das ist auch der Grund, warum heute auf die Chemo verzichtet wurde. Das Alles war bis heute Mittag noch nicht klar, die Ärzte hatten sich die Ergebnisse nicht eher angucken können.

Bis dahin hatte ich irgendwie gehofft, dass die Operation doch zu einem späteren Zeitpunkt stattfindet. Je kleiner der Tumor ist, desto besser stehen die Chancen für den Nierenerhalt. Aber Herr Wilms lässt sich durch die weitere Chemo leider nicht beeindrucken und so geht es tatsächlich los.

Die letzten zwei Wochen waren für mich sehr anstrengend. Das Maimädchen ist durch die Chemo mehr und mehr mitgenommen und weint viel. Die Nächte sind schlecht und dadurch die Tage entsprechend. Der Haushalt bleibt liegen, die Kinder bekommen nicht die Aufmerksamkeit, die man ihnen gerne geben möchte, die Nerven liegen blank. Und immer wieder sind es oft Kleinigkeiten, die einen aus diesen Tiefs reißen. Da sind kurze Telefonate oder SMS bzw. whatsapp-Nachrichten mit den Herzensfreundinnen, Bekannte, die uns einen Kuchen backen oder einfach mit Blumen vor der Tür stehen, weil sie gerade von unserer Situation erfahren haben. Ganz viele liebe Worte von Menschen, die man eigentlich noch gar nicht so gut kennt oder von denen man schon lange nichts mehr gehört hat, die aber einfach gut tun und wissen lassen, dass man nicht allein ist. Mir gibt das sehr viel Kraft und so überstehe ich den restlichen Tag besser. Als wir heute Mittag aus dem Krankenhaus kamen, stand eine Dose selbstgebackener Kekse vor der Tür mit dem Hilfsangebot weiterer Nachbarn, die von unserer Situation erfahren haben. Es ist wirklich toll, was wir hier gerade erfahren!

Als wir dann heute Mittag wieder hier waren, hat das Krankenhaus aus Tübingen nochmal angerufen und angefragt, ob wir nicht einen Tag eher kommen können, da die OP nach vorne verschoben werden kann. Jetzt geht es also wirklich schnell! Durch den vorgezogenen Termin können der Papa und das Maimädchen schon am Sonntag in der Klinik unterkommen, was für mich die Suche nach einer Unterkunft für mich und die beiden anderen Mäuse erleichtert.

In Tübingen gibt es direkt neben der Kinderklinik ein Ronald Mc Donald Haus. Das sind ziemlich tolle Einrichtungen, die es den Eltern ermöglichen, während eines stationären Aufenthaltes ihres Kindes dicht bei Ihnen zu sein oder die Familien direkt aufnehmen, falls das Kind nicht stationär aufgenommen werden muss, aber eine Behandlung weit weg von zu Hause nötig ist. Leider sind diese Häuser natürlich sehr begehrt und dementsprechend voll. Ich hatte letzte Woche schon mit den Leuten dort gesprochen und konnte erst heute mit einer Aussage rechnen, ob wir nun wirklich dort unterkommen können. Leider ist am Sonntag noch kein Platz für uns frei. Wenn wir Glück haben, können wir Montag dort einziehen, aber das erfahre ich leider auch erst Montag. Bis dahin haben wir nun ein Hotelzimmer gebucht, mit der Option auf Verlängerung des Aufenthaltes.

Nunja, es geht also voran.
Und ich muss nun dringend ins Bett. Ich fürchte zwar, dass ich nicht viel schlafen werde, da ich in Gedanken bei der Planung für die Fahrt und den Aufenthalt bin, aber die Chance zu schlafen ist im Bett doch größer, als am Tisch… Gute Nacht für’s Erste!

 

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  1. Mirja

    Und wieder: ICH DRÜCKE EUCH DIE DAUMEN!!
    ALLES WIRD GUT!!!!!!!!!!👍

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