Full-House mit Hund

Eine Familie mit 3 Kindern – ein Kinderspiel.

Kategorie: Allgemeines (Seite 2 von 4)

Entlassung mit Hindernissen – Bericht einer kleinen Odyssee

Nachdem der Tag gestern auch fieberlos verlief bekamen wir heute Vormittag das OK für die Heimfahrt.

Um das Fieber nicht wieder aufkommen zu lassen und als notwendige Infektionsprophylaxe für die Doppel-J-Schienen (das sind Katheter, die während der OP von der Niere zur Blase gelegt wurden) muss weiterhin ein Antibiotikum genommen werden, mit dem wir heute Abend beginnen sollten. Da das Maimädchen ja mittlerweile schon so einiges an Wirkstoffen bekommen hat, die teilweise nicht gewirkt haben, ist man zu einem Wirkstoff gewechselt, der nicht so häufig eingesetzt wird und der nur als Tablette verfügbar ist. Nun ist eine Tabletteneinnahme bei Kindern häufig nicht ganz unproblematisch. Selbst wenn es von der Größe der Tablette her irgendwie mit der Einnahme klappen würde, gibt es den Wirkstoff oft nicht in der passenden Dosierung, sodass es notwendig ist, eine entsprechend konzentrierte Lösung herzustellen. Das kommt vor, für diese Fälle gibt es die öffentlichen Apotheken. Neben der Abgabe von Fertigarzneimitteln gibt es dort die Möglichkeit, sogenannte Rezepturen (individuell angefertigte Arzneimittel) herzustellen. Das ist Pflicht für jede Apotheke. Ich kenne mich da ein bisschen aus, bin ich doch vom Fach…

Kurz bevor wir unsere Zelte in der Klinik abbrachen, bekamen wir nun das Rezept. Mein Mann rief kurzerhand in der Apotheke an, in der wir vor kurzem diesen Wirkstoff bereits in anderer Konzentration als hergestellte Lösung bekommen hatten. Doch dort sagte man ihm (heute Mittag um eins!), dass es nicht mehr möglich sei, diese Rezeptur noch herzustellen, da zu viel zu tun sei und man es nicht mehr schaffe. Auf den Einwand meines Mannes, dass es sich um eine ziemlich wichtige Sache handele (ich bekam nur am Rande die Worte Chemotherapie, dringend, Fieber) mit, nannte man ihm einen andere Apotheke in Kiel, bei der wir es versuchen sollten. Vielleicht hätten die Zeit. Auch den Hinweis, das nächste Mal doch einen Tag vorher anzurufen und die Rezeptur zu bestellen gab man ihm noch mit auf den Weg. Danke!

Mein Mann entschied sich dazu, unsere “Stammapotheke” vor Ort anzurufen, die wir über unseren Fall informiert hatten und bei der wir nun bisher unsere Arzneimittel bezogen haben. Es ist einfach gut, wenn ein so spezieller Fall auch in der Apotheke bekannt ist.
Nun wusste ich, dass diese Apotheke die Herstellung einer Lösung mit diesem Wirkstoff bereits einmal abgelehnt hat (aus mir unbekannten Gründen, die Klinik hat mit der Apotheke telefoniert), was bei mir natürlich bereits sehr schlecht ankam. Trotz meiner Einwände wollte er es dort nochmal versuchen. Sie wollten sich auch kümmern und wir ließen ihnen das Rezept per Fax zukommen. Leider bekamen wir dann auch hier eine Absage. Man hätte den Wirkstoff in entsprechender Form nicht da, könne nichts anderes bekommen, blablabla. Ich war tatsächlich ein wenig baff.

Liebe Vor-Ort-Apotheken, wie könnt ihr so etwas bringen? Gibt es denn nicht schon genug negative Schlagzeilen? Wie erkläre ich dem Kunden, dass er nicht beim Versandhandel bestellen soll, wenn ihr bei der kleinsten Herausforderung kapituliert? Arzneimittelverpackungen abgeben ist nicht schwer und eine Rezeptur herstellen auch nicht. Wie war das mit der schnellen Hilfe vor Ort? Wir haben sie jedenfalls nicht bekommen.

Um das Ganze einmal zu verdeutlichen: Es geht hier nicht darum, eine Creme mit zig verschiedenen Inhaltsstoffen oder eine besonders komplizierte Lösung mit diversen Hilfsstoffen herzustellen. Es geht hier darum, ein paar Tabletten in Wasser aufzulösen! Man benötigt dazu die Tablettenpackung (der Wirkstoff wird von verschiedenen Firmen hergestellt) und Lösungsmittel (im einfachsten Fall gereinigtes Wasser)! Unglaublich!

Um uns weitere Telefonate dieser Art zu ersparen habe ich dann einfach in “meiner” ehemaligen Apotheke angerufen, in der ich vor und teilweise auch während der Elternzeit gearbeitet habe. Dort wurden die Tabletten schnell noch zu heute Nachmittag bestellt und unser Papa durfte dann heute Abend vorbeikommen, um die Lösung abzuholen. 100 Kilometer Fahrt, um an das benötigte Antibiotikum zu kommen! Ich bin ein wenig peinlich berührt von der Vorstellung, die sich meine “Kollegen” da geleistet haben!

Immerhin hat unser Maimädchen nun heute Abend ihre Medizin bekommen.
Heute Nachmittag ging es ihr gut. Sie hat sich wahnsinnig gefreut, ihre große Schwester und unseren Hund wieder zu sehen.

Ein Antrag für unsere Reha ist in Arbeit, wenn wir Glück haben, geht es im nächsten Jahr für vier Wochen nach Sylt! Es wäre so schön, wenn das klappt!

Außerdem haben wir endlich einen Termin zur Entfernung der Doppel-J-Schienen bekommen. Wir gehen alle davon aus, dass diese nicht ganz unbeteiligt an dem wiederkehrenden Fieber sind.

Also alles in allem gute Nachrichten. So kann das Wochenende kommen!

Aufwärts

Nachdem gestern nochmal das Antibiotikum umgestellt wurde, ist das Fieber bis heute Abend nicht wieder gekommen. Die Urinuntersuchung hat weiter keinen Hinweis auf ein bestimmtes Bakterium gegeben. Stattdessen haben sie einen Pilz gefunden. Aber der wird wohl kaum das Fieber ausgelöst haben und ob der nun wirklich aus der Blase kommt ist auch fraglich. Jedenfalls spricht bei weiterer Abwesenheit von Fieber alles dafür, dass unser Maimädchen am Freitag nach Hause darf!

Den Tag über hat man sie heute auch von der Elektrolytinfusion befreit, sodass wir spazieren gehen konnten. Das ist mit der ganzen Kabelage und den Infusionslösungen ja doch eher unpraktisch. Heute Morgen waren der Papa und das Maimädchen schon im Alten Botanischen Garten unterwegs und haben die Seehunde im Aquarium Geomar bewundert. Als wir dann am Nachmittag zu Besuch kamen, wollte sie ihrer großen Schwester unbedingt die Seehunde zeigen und gab keine Ruhe, bis wir einwilligten, nochmal raus zu gehen. Bei dem schönen Wetter war es einfach schön, sich nochmal den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Morgen ist ein Gespräch mit der Sozialpädagogin geplant, in dem es um eine mögliche Reha geht. Ich bin gespannt, was uns erzählt wird.
Am Freitag gibt es nochmal einen Ultraschall zur allgemeinen Verlaufskontrolle.
Zu den Ergebnissen aus Tübingen gibt es noch nichts Neues. Wie war das mit der Geduld nochmal?

Fieber

Ruhig war es hier auf dem Blog in den letzten zwei Wochen. Im realen Leben sah das leider etwas anders aus.

Nachdem das Fieber vom vorletzten Wochenende am darauf folgenden Montag Mittag wieder stieg, musste ich nochmal mit dem Maimädchen in die Tagesklinik fahren. Das wiederholten wir die Woche dann nochmal und nach Umstellung des Antibiotikums wurde es dann zum Wochenende hin besser. Diverse Blut- und Urinuntersuchungen zeigten keinen eindeutigen Hinweis auf einen bestimmten Keim. Immerhin schlug das neue Antibiotikum offensichtlich an, das Fieber sank erstmal.

Dann kam die nächste Chemo, bei der zwei Wirkstoffe appliziert wurden, und das Maimädchen war echt schlecht drauf. Die ganze Woche war geprägt von viel Weinen, nicht allein sein wollen, schlechtem Schlaf und Alpträumen.

Sobald wir Besuch haben und sich jemand intensiv mit ihr beschäftigt oder ich voll bei ihr bin, klappt alles super. Nur wenn wir allein sind, kann ich ihr nicht immer meine ganze Aufmerksamkeit schenken, da ist halt noch das Vollmondbaby, das versorgt werden muss, vom Haushalt ganz zu schweigen… Wenn unsere Große aus der Schule kommt geht es auch besser, doch sowie dann die Hausaufgaben anliegen und ihre große Schwester sich für dafür zurückzieht ist wieder alles doof.

Die Woche war unglaublich anstrengend. Wir haben nun zwar eine Haushaltshilfe für zwei Stunden in der Woche, aber das reicht nicht wirklich.
Nachdem ich am Donnerstag das Gefühl hatte, dass mir das hier alles über den Kopf wächst, habe ich Kontakt zu meiner Ärztin aufgenommen und wir haben gemeinsam überlegt, wie man weitere Hilfe organisieren kann. Dank unglaublich lieber Kontakte sehe ich wieder etwas Licht und bin ganz zuversichtlich, dass es hier irgendwie weiter geht.

Zu allem Überfluss ging dann das Fieber in der Nacht zu Freitag wieder hoch. Da wir Freitag sowieso zur Chemo in der Tagesklinik waren, konnten gleich wieder Kulturen von Blut und Urin angefertigt werden. Man warnte uns schon vor, dass man das Maimädchen nun stationär aufnehmen müsse, wenn das Fieber nicht wieder sinkt. Ein Wechsel des Antibiotikums sei noch möglich, das nächste Antibiotikum, das dann gegeben werden kann, muss allerdings i.v. gegeben werden.
Und so fanden wir uns dann am Samstag Nachmittag auf der Station wieder und das Maimädchen und ihr Papa durften ein Zimmer beziehen.

Bis jetzt gibt es noch keine Ergebnisse der Keimuntersuchungen, das Fieber geht trotz neuem Antibiotikum nicht weg.
Heute wurden die Nieren geschallt. Unauffällig. Gut.
Vielleicht ist es doch ein Virusinfekt? Eine Reaktion des Körpers auf die Chemo?
Immerhin ist das Maimädchen gut drauf. Papa ist bei ihr und sie genießt es.
Ich versuche derweil, neben Krankenhausbesuchen und den beiden anderen Kindern, zu Hause aufzuarbeiten, was in den letzten Wochen liegen geblieben ist. Und ein wenig Luft zu holen.
In drei Wochen sind Ferien. Ich hoffe, dann ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Kurz bevor wir Samstag ins Krankenhaus gefahren sind, haben wir im Briefkasten den Abschlussbericht aus Tübingen entdeckt. Es liest sich alles sehr positiv, wir warten die Reaktion der Ärzte in Kiel ab und harren der Dinge, die da kommen.

Wochenende in Bildern 17./18. Juni – Anders, als geplant…

Der Samstag startete hervorragend. Um zehn vor neun stand die große Tochter vor unserem Bett und fragte vorsichtig an, ob wir nicht mal aufstehen wollen… Nach vielen Unterbrechungen in der Nacht haben wir es tatsächlich geschafft, nochmal so richtig einzuschlafen.

Trotz der fortgeschrittenen Zeit gab es noch einen ruhigen Kaffee, bevor wir in den Tag starteten.

Wir sollten heute Nachmittag Besuch von “alten” Freunden aus der Heimat bekommen, daher hatten wir die übliche Wochenendplanung schon einen Tag zuvor erledigt. Trotzdem bin ich nochmal kurz los, um frisches Obst und ein paar andere Kleinigkeiten für’s Wochenende zu kaufen.

Während unser Papa noch schnell den Rasen mähte, machte ich mit den Kindern ein schnelles Mittagessen. Sie entschieden sich für ihr momentanes Lieblingsgericht: “Selbst gemachten” Stracciatella-Joghurt.

Ab hier lief unser Tag dann etwas anders ab, als wir uns das vorgestellt hatten.

Nach dem Mittagessen war das Maimädchen etwas schlecht drauf. Ihre Temperatur bewegte sich schon den ganzen Morgen im unteren 38°-Bereich. Nun zeigte das Fieberthermometer 38,6°. Das bedeutet für uns, dass wir in der Klinik anrufen müssen und natürlich mussten wir auch vorbei schauen, um Komplikationen auszuschließen. Freitag hat das Maimädchen die erste Chemo nach fünf Wochen Pause bekommen und der Körper scheint sich erneut zur Wehr zu setzen.

So machten wir uns dann auf, um in die Kieler Uniklinik zu fahren. Keine gute Idee zur Kieler Woche… Für die Strecke, die wir sonst in ca. 25 Minuten schaffen, haben wir geschlagene anderthalb Stunden gebraucht!

Als wir dann endlich in der Klinik ankamen, war die Temperatur dann auf 39,1° angestiegen, was sicher auch an der langen Fahrt im warmen Auto lag. Es wurde Blut abgenommen, abgehört, abgetastet und was sonst noch alles dazu gehört und dann durften wir ins Spielzimmer gehen, um auf die Blutergebnisse zu warten.

Nebenbei konnten wir einen Blick auf die Schiffe in der Kieler Förde erhaschen. Von dem ganzen Trubel da draußen bekamen wir nichts mit. Die Klinik war ziemlich leer und die Belegschaft vom Wochenenddienst genoss die Ruhe, bevor es wohl erfahrungsgemäß zum Abend hin voll wird.

Bis wir dann die Ergebnisse hatten, war es spät. Aber es war alles in Ordnung. Entweder ist es ein leichter viraler Infekt oder tatsächlich die Reaktion auf die Chemo. Jedenfalls durften wir wieder nach Hause.

Allerdings war es nun zu spät für uns, um unseren Besuch noch zu empfangen. Die Enttäuschung war groß, aber ich hoffte auf ein kurzes Treffen am Sonntag.

Das Abendessen verlagerten wir dann noch schnell nach draußen. Eigentlich wollten wir Pizza machen, doch dafür war nun keine Zeit mehr, sodass wir einfach ein bisschen improvisierten und trotzdem alles satt wurden.

Dem Maimädchen ging es dank Fiebersaft wieder ganz gut.

Am Sonntag gab es dann wie immer unser “Eier-und-Brötchen-Frühstück”.

Dies sind nur die Reste, ein Vorher-Foto konnte aus Schlechter-Laune-wegen-Hunger-Gründen nicht gemacht werden.

Nach einer kurzen Aufräum-Aktion (es ist doch immer wieder erstaunlich, wie aufgeräumt es aussieht, wenn man alles was rumliegt in Kartons packt und ins Schlafzimmer stellt ;)), kam unser Besuch doch noch für eine kurze Stippvisite vor der Heimfahrt vorbei.

(Wobei ich hier kurz erwähnen muss, dass unsere Heimat nicht HX, sondern LIP ist! Das Kennzeichen ist aus firmenwagentechnischen Gründen nicht ganz passend. Leute aus der Region wissen, warum mir diese Richtigstellung am Herzen liegt ;))

Und immer wieder ist es so schön zu erleben, wie man sich versteht, als würden da nicht so viele Jahre dazwischenliegen, die man sich nicht gesehen hat. Die Kinder düsten einfach ab in den Garten und wir quatschten und quatschten. Viel zu schnell verflog die Zeit.

Nach der Abfahrt schnappten wir uns Räder, Kinderwagen und Hund.

Wir beobachteten Pferde und Kühe

und rochen den Holunder, der jetzt hier in voller Blüte steht.

Den Nachmittag verbrachte die Große lesend,

das Maimädchen half Papa im Garten.

Ihr ging es nach einer weiteren Portion Fiebersaft am Mittag wieder gut.

Da wir es gestern nicht geschafft haben, gab es heute Pizza, der Teig durfte auf der Terrasse ruhen.

Das Vollmondbaby gönnte sich eine Mütze Schlaf, während ich mich durch diverse Maschinen Wäsche kämpfte.

Und um halb sechs gab es dann draußen Pizza bei 29° .

So hatten wir trotz eines kleinen Zwischenfalls ein doch recht schönes Wochenende.

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wieder hier.

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Es geht weiter!

Auch wenn wir noch keine abschließende Beurteilung haben, können wir mit dem Ergebnis, das wir gestern telefonisch bekommen haben, erst mal weiter machen:
Das Tumorgewebe gehört nicht zur ganz fiesen Art! Mir fällt ein Stein vom Herzen! Es handelt sich um Gewebe intermediärer Malignität (grob gesagt: mittlerer Bösartigkeit). Das ist ein Ergebnis, das uns hoffen lässt. Das ist der am häufigsten auftretende Typ und gut behandelbar ist er grundsätzlich auch. Die Prognosen sind gut.
Die Einteilung in ein Stadium ist noch nicht abschließend geschehen, weil sich die Pathologen aus Kiel und Tübingen in einer Sache noch nicht ganz einig sind. Es ist noch nicht klar, ob bei der OP der Rand des Tumors vollständig entfernt wurde und somit ist noch nicht klar, ob wirklich eine Bestrahlung erfolgen wird. Im Moment erfolgt die Einteilung in Stadium III, wenn man von diesen sogenannten “tumorinfiltrierten Resektionsrändern” ausgeht. Mal schauen, wann wir da genaueres erfahren.

Immerhin konnten wir so heute mit der postoperativen Chemotherapie starten. Zusätzlich zum Stadium muss man die beidseitige Nephroblastomatose berücksichtigen, die die Therapiedauer stark verlängert.
In den nächsten acht Wochen findet nun wieder wöchentlich eine Chemotherapie statt und nach zwei Wochen Pause ändert sich der Rhythmus dann auf Chemo, Chemo, frei. Diese Therapie wird das nächste halbe Jahr in Anspruch nehmen. Danach erfolgt wahrscheinlich ein Jahr Chemotherapie im vier-Wochen-Abstand.

Wir sind also noch eine Weile mit Herrn Wilms beschäftigt.

Sonntagsbrötchen

Zur Normalität im Hause „Full-House“ gehört es auch, dass es ein gemütliches Sonntagsfrühstück gibt. Seit einiger Zeit bin ich dabei, sonntags immer frische Brötchen zu backen. Und so kam es, dass ich letztens ein Bild gepostet habe, auf das ich einige Reaktionen bekommen habe:

Ich freue mich schon jetzt wieder auf das Wochenende…

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Und zwar wollte die eine oder die andere das Rezept für die Brötchen haben. Da ich meine Rezepte generalstabsmäßig in Markdown speichere, ist das nur ein kleines Problemchen, das Rezept zum Besten zu geben. Damit nicht nur die Personen auf facebook etwas davon haben, gibt es hier mein Brötchenrezept.

Feedback und Erfahrungsberichte sind selbstverständlich Willkommen!

Wasserbrötchen

Menge Zutat Arbeitsablauf
275 g Wasser und
40 g Pflanzenöl und
14 g Salz und
14 g Zucker und
500 g Weizenmehl (405) und
14 g Trockenefe zu einem homogenen Teig kneten.
nasses Tuch über die Schüssel legen und über Nacht im Kühlschrank lagern.
Am nächsten Morgen je 90-95 g Teig zu Brötchen schleifen.
Während des Vorheizens (220 Grad Umluft) im Ofen gehen lassen.
Beim Erreichen der Backtemperatur stark mit Wasser befeuchten.
ca. 20 Minuten backen lassen – je nach gewünschtem Bräunungsgrad.

 

Der älteste und lange Zeit einzige Mann im Haus. Hier wird ausschließlich privat gebloggt. Drüben, bei Herrspitau.de, gibt es Informationen zu Themen der Pädagogik, Schule, Unterricht und Selbstmanagement.

Drei Monate

Drei Monate – So lange leben wir jetzt schon mit Herrn Wilms zusammen.

Drei Monate – In denen unser Leben komplett umgekrempelt wurde.

Drei Monate – Ein viertel Jahr, das an uns vorbei gerauscht ist, während wir uns von Termin zu Termin in der Tagesklinik gehangelt haben.

Drei Monate – OP, Bluttransfusion, Chemotherapien, Fingerpiekse, MRTs, CTs, Sonographien. Und jetzt die große OP, in der die Tumore hoffentlich entfernt werden konnten.

Drei Monate – In denen diese kleine Kinderseele so viel mitmachen musste.

Drei Monate – In denen wir so viel Hilfsbereitschaft erfahren haben.

Drei Monate – Voll von Angst, Ungewissheit, Warten, Hoffen.

Ich wachse täglich über mich hinaus. Ich breche täglich unter der Last zusammen.

Wochenende in Bildern 03./04. Juni – Endlich wieder zu Hause!

Da der Herzkönig am Freitag ein ganztägiges Seminar hatte, ist er am Samstag früh aufgestanden und hat sich ins Büro verkrümelt. Das haben wir so eingeführt, damit nicht zu viel Büroarbeit für die nächste Woche anliegt. So ein Tag birgt halt noch ein wenig Nachbearbeitung. Das hieß für mich dann zwar etwas länger schlafen, aber dadurch war der Tag dann auch schon irgendwie zum scheitern verurteilt…

Als der Herzkönig um zehn wieder auftauchte, lief ich immer noch im Nachthemd herum. Dieses Bild will ich hier niemandem zumuten. Dafür waren die Kinder angezogen und wir hatten schon gefrühstückt. Zeit, um mit Papa zu spielen.

Ich setzte mich hin und plante das Wochenende. Da unsere Vorräte langsam schrumpften, musste Nachschub her. Außerdem liegt ja auch sonst immer etwas an oder muss abgearbeitet werden.

Währenddessen kam das Vollmondbaby auf die Idee, sich hinzustellen! Das ging jetzt echt fix 😮

Und beim Einkaufen durfte er dann auch das erste Mal im Wagen sitzen. Honigkuchenpferd ist noch untertrieben… Ich würde sagen, es hat ihm Spaß gemacht.

Zum Mittag gab es schnelle Pizzabrötchen. Wir waren ja nun schon spät dran. Zieht sich dann schnell mal nach hinten, wenn man meint, etwas länger schlafen zu können.

Die Variante mit der Barbecue-Sauce war echt lecker!

Am Nachmittag blieb dann noch Zeit, das Gästezimmer von den Umzugskartons mit Kinderkleidung zu befreien und ein neues Fliegengitter anzubringen.

Sieht man nicht? Ist ja auch Sinn der Sache 😉

Seitdem wir hier wohnen und ich in den ersten zwei Wochen Bekanntschaft mit diversen Spinnen gemacht habe, deren Größe mich nachhaltig schockiert hat, geht hier kein Fenster auf, an dem nicht ein Fliegengitter befestigt ist. Dummerweise reicht das nicht aus, um das Haus spinnenfrei zu bekommen. Hilft aber, um sich ein wenig in Sicherheit zu fühlen. Ich weiß, ich muss da mal ran…

Zum Abschluss ging es noch mal an den Schreib- oder besser Esszimmertisch, um ein wenig Bürokram aufzuarbeiten.

Der Schreibtisch ist leider noch nicht zugänglich, da von Kartons umstellt. Das ist wohl meine zweite Baustelle: Ausmisten und Ordnung halten.

Der Sonntag begann, wie mittlerweile eigentlich immer, mit frisch gebackenen Brötchen. Nach drei Wochen Brötchenverzicht schmeckten sie noch viel besser!

Zwischendurch beobachteten wir ein Reh, das sich im Nachbargarten verirrt hatte und über das Feld flüchtete.

Das ist der schöne Teil der heimischen Tierwelt hier…

Dann fiel uns auf, dass wir für’s Essen heute und morgen vergessen hatten, die Hefe-Vorräte zu überprüfen. Dank eines super funktionierenden Netzwerkes hier im Ort hat es aber keine halbe Stunde gedauert, bis ich welche organisiert hatte.

Beim Sauber machen konnte ich dann die aktuellen Interviews des Stefan-Hiene-Kongress hören.

Im letztem Jahr habe ich dieses Format für mich entdeckt und mich seitdem durch diverse Themenbereiche gehört und geguckt und eine ganze Menge für mich mitgenommen.

Am späten Nachmittag rollte dann ein Auto aus der alten Heimat vor die Tür.

Eine der Herzensfreundinnen hatte sich kurzfristig angekündigt und wurde nun herzlich empfangen.

Wie am Wochenende sehr häufig, gab es dann heute wieder Pizza.

Jedes Mal wieder lecker.

Zum Abschluss des Tages machte ich mit der Großen, dem Vollmondbaby, dem Hund und natürlich der Herzensfreundin noch einen ausgiebigen Spaziergang bei allerschönstem Sonnenschein.

Es tat so gut, mal wieder persönlich zu reden und nicht immer nur zu telefonieren. So wurde es dann auch ein später Abend.

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es hier.

 

 

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Zu Hause!

Nach 16 Tagen Krankenhaus bekamen wir gestern tatsächlich das OK, nach Hause zu fahren! Das Sono der Nieren zeigt eine (wenn auch nur geringe) Verkleinerung des Hämatoms und die Blutwerte sind zufriedenstellend. In der Nacht von Sonntag auf Montag brauchte das Maimädchen kein fiebersenkendes Mittel. Beste Voraussetzungen!

So räumten wir dann Mittags das Krankenzimmer, damit eine neue kleine Patientin einziehen durfte. Danach ging es weiter ins Ronald McDonald Haus, um auch dort die Koffer zu packen. Da gestern sehr viele Patienten entlassen wurden, sind auch hier viele Zimmer frei geworden und wir brauchten uns nicht beeilen. Unser Papa hat die Zeit genutzt, um wieder ein wenig vor zu schlafen und ich versuchte in der Zeit, die Sachen zu packen. Mit drei Kindern ein schwieriges Unterfangen… Letztendlich war ich dann nach 18:00 Uhr soweit fertig. Nach einer schnellen Zimmerreinigung haben wir unsere restlichen Essensvorräte gepackt und waren dann um 20:00 Uhr bereit zur Abfahrt. Auf nach Hause!

Um halb sechs heute Morgen erreichten wir dann unser komplett ergrüntes zu Hause. Glücklicherweise ließen die Kinder uns noch vier Stunden schlafen. Den restlichen Tag haben wir mit Ankommen und Taschen auspacken verbracht. Die Herzensfreundin hat uns ein kleines Survival-Kit zusammengestellt, sodass wir heute nicht mal einkaufen mussten! Im Kühlschrank befand sich neben frischem Gemüse sogar noch etwas Nervennahrung. Hat funktioniert 😉

Groß war die Freude auf allen Seiten, als wir heute Mittag unseren Hund abgeholt haben. Endlich wieder komplett!

Leider hat unser Maimädchen heute Nachmittag schon wieder Fieber bekommen. Nach Rücksprache mit den Ärzten in Tübingen entscheiden wir uns aber für Beobachten. Es war ja doch recht anstrengend gestern, vielleicht ist morgen schon alles wieder ok.

Am Freitag haben wir den nächsten Termin in der Tagesklinik. Bis dahin lassen wir es hier langsam angehen.

Klassentreffen

20 Jahre Abitur. Wie die Zeit verfliegt! Was für ein schöner Grund, zu feiern!

1997. Abi geschafft. Was für ein tolles letztes Schuljahr mit diversen Partys, einer genialen Abschlussfahrt, der Spannung vor den Abiturprüfungen und dem Abiball als Abschluss der gemeinsamen Schulzeit.

Danach strömten wir hinaus in die Welt, die einen blieben nah dran, die anderen zog es weiter weg. Wir trafen uns nach einem Jahr, nach fünf Jahren und nach zehn Jahren und immer war es interessant zu hören, was so aus allen geworden ist. Wer hat wen geheiratet, wer hat Kinder, was macht ihr gerade so? Und immer wieder war es überraschend, was aus manchen Leuten geworden ist.

Heute feiert ihr 20 Jahre Abitur.
Auch in meinem Leben ist ein bisschen was passiert. Nach einem Umweg über eine Ausbildung in Münster ging es nach Hamburg. Dort habe ich dann tatsächlich mit 25 noch studiert. Wollte ich eigentlich nie und doch bin ich nun Apothekerin. Dann ging es nach Kiel und nun wohne ich mit meinem Mann (ja, es ist immer noch der DJ von vor 22 Jahren <3), meinen drei Kindern und einem Hund irgendwo in Schleswig-Holstein auf dem Land.
Bis vor Kurzem hätte ich euch erzählt, dass ich der glücklichste Mensch auf der Welt bin.
Heute sieht das ein wenig anders aus, denn am 10. März haben wir die Diagnose bekommen, dass unsere mittlere Tochter Krebs hat. Beidseitiger Wilms-Tumor. Ziemlich doofe Sache.

Das ist der Grund, warum ich heute nicht bei euch bin, nicht mit euch in alten Erinnerungen schwelgen kann, alte Fotos angucken kann und lachen über uns und die Zeit damals, die so unbeschwert war.

Habt einen wundervollen Abend, erzählt euch alte Geschichten und neue Lebenswege. Tanzt nach den alten Liedern, singt mit und feiert ordentlich! Beim nächsten Mal schaffe ich es vielleicht auch wieder. Bis dahin sage ich es mit Fury:

“Won’t forget these days!”

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